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Pro & Contra

Gerade Energiethemen werden bekanntlich häufig kontrovers diskutiert - und oftmals mit guten Argumenten auf beiden Seiten. Wir lassen die Fachleute zu Wort kommen und interessieren uns auch für Ihre Meinung.


Rechtfertigt Strom-Effizienz den gläsernen Verbraucher?
Gerade im Hinblick auf den geplanten Ausbau erneuerbarer Energien erscheint das Smart-Grid-Prinzip plausibel. Weil es nicht ständig windig ist und die Sonne nicht immer scheint, schwankt der Stromertrag aus Sonnen- und Windenergie. Für die Stromnetze ist das problematisch: "Da sich der Strom bis dato nicht in nennenswertem Umfang speichern lässt, müssen Einspeisung und Verbrauch stets im Gleichgewicht sein. Um diese Nachteile auszugleichen, sind intelligente Stromnetze - sogenannte Smart Grids - unerlässlich", sagt Volker Smid, Präsidiumsmitglied bei BITKOM, dem Dachverband der  IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche. Für ihn sind Smart Grids "die Voraussetzung für eine effiziente Nutzung sowohl regenerativer als auch fossiler Energiequellen und damit die Basis für eine umweltfreundliche Energieversorgung." 

Erste Pilotprojekte gibt es bereits: In der "T-City" in Friedrichshafen sind 1.600 Haushalte mit vernetzten Zählern ausgestattet, die neben dem Stromverbrauch auch Wasser- und Gasverbrauch verzeichnen. Intelligente Haushaltsgeräte mit Smart Meter, zum Beispiel Wasch- oder Geschirrspülmaschinen, können Geld sparen helfen: Sie schalten sich dann an, wenn die Stromtarife niedrig sind - und im Netz genügend Strom vorhanden ist. 

Doch das intelligente Stromnetz hat auch seine Kehrseite: Wenn intelligente Zähler künftig alle 15 Minuten oder sogar in Echtzeit den genauen Verbrauch aufgeschlüsselt nach Haushaltsgeräten aufzeichnen und weitermelden, kann man daraus genaue Nutzerprofile gewinnen. So wäre ein detaillierter Einblick in die Lebensweise des Stromkunden möglich. 

Da hier also der Datenschutz tangiert ist, sind die Gegner des Smart Grid nicht weit. Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, Dr. Thilo Weichert sieht die Gefahr des "gläsernen Verbrauchers". Smart Metering, das elektronische Ablesen z. B. des Stromverbrauchs, erlaube künftig "die Erstellung detailliertester Persönlichkeitsprofile über den Verbrauch der Energie und somit Aussagen über die Lebensgewohnheiten der Verbraucher. Auch das Recht auf die Unverletzlichkeit der  Wohnung steht damit in Frage." Damit spielt Weichert auf das Szenario an, dass Stromanbieter im Smart Grid die Möglichkeit hätten, die intelligenten Haushaltsgeräte im "Smart Home" säumiger Kunden herunterzuregeln oder gar abzuschalten. Wie stehen Sie zu intelligenten Stromnetzen? 

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