Rechtfertigt Strom-Effizienz den gläsernen Verbraucher?

Erste Pilotprojekte gibt es bereits: In der "T-City" in Friedrichshafen sind 1.600 Haushalte mit vernetzten Zählern ausgestattet, die neben dem Stromverbrauch auch Wasser- und Gasverbrauch verzeichnen. Intelligente Haushaltsgeräte mit Smart Meter, zum Beispiel Wasch- oder Geschirrspülmaschinen, können Geld sparen helfen: Sie schalten sich dann an, wenn die Stromtarife niedrig sind - und im Netz genügend Strom vorhanden ist.
Doch das intelligente Stromnetz hat auch seine Kehrseite: Wenn intelligente Zähler künftig alle 15 Minuten oder sogar in Echtzeit den genauen Verbrauch aufgeschlüsselt nach Haushaltsgeräten aufzeichnen und weitermelden, kann man daraus genaue Nutzerprofile gewinnen. So wäre ein detaillierter Einblick in die Lebensweise des Stromkunden möglich.
Da hier also der Datenschutz tangiert ist, sind die Gegner des Smart Grid nicht weit. Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, Dr. Thilo Weichert sieht die Gefahr des "gläsernen Verbrauchers". Smart Metering, das elektronische Ablesen z. B. des Stromverbrauchs, erlaube künftig "die Erstellung detailliertester Persönlichkeitsprofile über den Verbrauch der Energie und somit Aussagen über die Lebensgewohnheiten der Verbraucher. Auch das Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung steht damit in Frage." Damit spielt Weichert auf das Szenario an, dass Stromanbieter im Smart Grid die Möglichkeit hätten, die intelligenten Haushaltsgeräte im "Smart Home" säumiger Kunden herunterzuregeln oder gar abzuschalten. Wie stehen Sie zu intelligenten Stromnetzen?
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